Abgeschlossene sonstige Projekte
Entbuschung eines Trockenrasens am Wipperdurchbruch Günserode und Errichtung einer Weidezaunanlage
Förderung: Freistaat Thüringen
Projektdauer: November 2024 bis Februar 2025
Die Mitarbeitenden der Natura 2000-Station möchten mit einem vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) geförderten Projekt eine ca. 7,8 ha große Trockenrasen-Fläche bei Günserode pflegen. Die Projektfläche liegt im Naturschutzgebiet „Wipperdurchbruch“ und dem FFH-Gebiet „Hainleite - Wipperdurchbruch - Kranichholz“. Sie ist charakterisiert von Trockenrasen des FFH-Lebensraumtyps 6210* „Naturnahe Kalktrockenrasen und deren Verbuschungsstadien“ und 6240* „Subpannonische Steppen-Trockenrasen“.
Durch die steile Hanglage und schlechte Zugänglichkeit der Fläche, war eine Bewirtschaftung in den vergangenen Jahren schwierig. Mit dem Projekt sollen 1,92 ha stark verbuschter Trockenrasen-Bereiche von Gebüschen befreit werden und eine Zaunanlage um die 7,8 ha große Gesamtfläche errichtet werden. So kann die nachfolgende Bewirtschaftung z.B. mit Ziegen leichter erfolgen. Die Natura 2000-Station wird in enger Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde, dem Naturpark Kyffhäuser, weiteren Behörden und der betroffenen Gemeinde das Beweidungsregime überwachen und anpassen.
Die Flächen sind von besonderem floristischen Reichtum mit Vorkommen verschiedener Orchideen und zahlreicher Trockenrasenarten. Zudem sind auf den Flächen z.B. aktuelle Artvorkommen vom Matten Pillendreher Sisyphus schaefferi (Rote Liste Thüringen: vom Aussterben bedroht) und dem Wendehals Jynx torquilla (Rote Liste Thüringen: gefährdet) bekannt.
Pflege und Erhalt von Obstbaumalleen im Zechsteingürtel Nordthüringens I - IV
gefördert durch:
Die Natura 2000-Station „Südharz/Kyffhäuser“ entwickelte und koordinierte das durch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten (TMUENF) finanzierte Projekt „Pflege zum Erhalt von Obstbaumalleen im Zechsteingürtel Nordthüringens“ im Winterhalbjahr 2021/22 und die Folgeprojekte im Winterhalbjahr 2022/23, 2023/24 und 2024/25. Im Rahmen der Projekte wurden 2022 zehn Standorte, 2023 14 Standorte, 2024 19 Standorte und 2025 zwölf Standorte bestehender Obstalleen im Kyffhäuserkreis und dem Landkreis Nordhausen gepflegt. Die vorhandenen Obstbäume wurden dabei einem fachgerechten Erhaltungs- oder Erziehungsschnitt unterzogen. Zusätzlich wurden mit Gebüschen eingewachsene Bäume wieder freigestellt, wobei Heckenstrukturen zwischen den Bäumen erhalten blieben. Zur langfristigen Sicherung der historischen Obstbaumalleen wurden bestehende Lücken in den Alleen durch Nachpflanzungen junger Obstbäume geschlossen. Außerdem wurden einzelne Alleen durch das Neupflanzen von Obstgehölzen erweitert, verjüngt und aufgewertet.
Unter den gepflanzten Obstsorten waren z.B. Malus domestica Alkmene, Berlepsch, Brettacher, Doppelter Prinzenapfel, Gelber Bellefleur, Baumanns Renette, Kaiser Wilhelm, Finkenwerder Prinzenapfel, Geflammter Kardinal, Göhrings Renette, Roter Boskoop, Schöner aus Nordhausen oder Pyrus communis Clapps Liebling, Köstliche von Charneau, Frühe aus Trevoux, Druselbirne, Rhinsche, Gellert Butterbirne.
Im Rahmen des ersten Projektes wurden über 600 bereits bestehende Obstbäume gepflegt sowie 185 neue Bäume gepflanzt. Das Projekt fand viele Befürworter in der Region und wurde sehr positiv aufgenommen.
Daraufhin wurde das zweite Projekt angeregt und durch den Freistaat Thüringen gefördert. So konnten im Winterhalbjahr 2022/23 weitere 902 bestehende Obstbäume gepflegt und 182 Obstbäume regionaler Sorten gepflanzt werden.
Auch im Winterhalbjahr 2023/24 konnten erneut Obstbaumalleen gepflegt und aufgewertet werden. Es wurden insgesamt ca. 1800 Obstbäume gepflegt, sowie ca. 120 Jungbäume nachgepflanzt.
Zuletzt wurden im Winterhalbjahr 2024/25 mehr als 770 Obstbäume geschnitten und 95 Jungbäume in den bestehenden Obstbaumreihen und -alleen gepflanzt.
Foto: Gepflegte Obstbaumallee bei Bad Frankenhausen
Foto: Gepflegte Obstbaumallee bei Bendeleben
Foto: Gepflegte Obstbaumallee bei Seehausen
Storchnest Seehausen
Förderung: Freistaat Thüringen
Projektdauer: Dezember 2022 bis Februar 2023
Sie sind Frühlingsboten, gelten als Glücksbringer und Symbol der Fruchtbarkeit und sind auf allen Kontinenten außer der Antarktis zu Hause – Störche sind gern gesehene Gäste und jede Gemeinde, die übers Jahr auf ein besetztes Storchennest verweisen kann, ist stolz darauf...
Im Ortsteil Seehausen der Stadt Bad Frankenhausen hat in den vergangenen Jahren ein dort ansässiges Storchenpaar eine Vielzahl erfolgreicher Bruten durchgeführt. Durch einen Starkregen im vergangenen Jahr ist das bisherige Nest auf dem Dach des Feuerwehrgerätehauses aber leider abgestürzt. Die Holzkonstruktion war mit den Jahren nicht mehr stabil genug, um das große schwere Nest zu tragen.
Um den Niststandort langfristig sichern zu können, hat der Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser e.V. (LPV) Fördermittel beim Land Thüringen eingeworben. In Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Frankenhausen wurde die Installation einer festen Metallkonstruktion auf dem Dach geplant, die zukünftig das neue Storchennest sicher tragen kann. Die Firma Cioch & Triemer GmbH aus Sonderhausen hat die Neukonstruktion entwickelt, hergestellt und am 14.02.2023 in Seehausen in Anwesenheit aller beteiligten Projektpartner installiert. Unterstützt wurden alle Arbeiten von der Freiwilligen Feuerwehr Bad Frankenhausen, den Kameraden gilt ein herzlicher Dank.
Bleibt zu hoffen, dass das Storchenpaar dem Ort treu bleibt, die neue Konstruktion annimmt und sich die Gemeinde weiterhin über Storchennachwuchs auf dem Feuerwehrgerätehaus freuen kann.
Foto: Errichtung des neuen Storchennestes auf dem Dach des Feuerwehrgerätehauses in Seehausen
Kopfweidenschnitt im GLB „Mittleres Helbetal“
Förderung: Freistaat Thüringen
Projektdauer: November 2022 bis Februar 2023
Die Natura 2000-Station erarbeitete in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde des Kyffhäuserkreises das Projekt zur Pflege der Kopfweidenbestände im Geschützten Landschaftsbestandteil (GLB) „Mittleres Helbetal“ bei Thüringenhausen. Im Rahmen des Projektes wurden im Winterhalbjahr 2022/23 insgesamt 176 Weiden am Helbeufer fachgerecht geschnitten.
Kopfweiden neigen dazu nach mehreren Jahren ohne Pflegeschnitt durch die stärker werdenden Äste leicht auseinanderzubrechen. Daher ist in regelmäßigen Abständen von weniger als fünf Jahren der Rückschnitt, also das sogenannte Köpfen der Weiden, nötig. Kopfweiden bieten aufgrund der Strukturen wie Höhlen und Risse im dicken Stamm zahlreichen Tieren einen Unterschlupf. Es profitieren z.B. Bilche wie der Garten- oder Siebenschläfer, spaltenbewohnende Fledermäuse und höhlenbrütende Vögel von den Kopfweiden als Schlaf- und Nistplatz. Auch zahlreiche Insekten nutzen die Weiden als Lebensraum. Die zeitig im Frühjahr blühenden Weidenkätzchen dienen vielen Wildbienen als Nahrung. Damit haben die Kopfweiden am Helbeufer eine besondere Bedeutung als Lebensraum für viele Tiere. Zudem erhöhen sie die Strukturvielfalt des Gewässers und der Ufer.
Ersatzpflanzungen von Horstbäumen des Rotmilans
Förderung: Freistaat Thüringen
Projektdauer: Dezember 2020 bis Februar 2021
Der Rotmilan (Milvus milvus) zieht majestätisch über die Agrarlandschaften in Nordthüringen. Er ist leicht an seinem rotbraunen Gefieder und dem gegabelten Schwanz zu erkennen. Im Frühjahr zieht er aus seinen Winterquartieren wieder nach Deutschland. Hier macht er sich auf die Suche nach einem Partner und einem geeigneten Brutplatz. Als Platz für den Bau des sogenannten Horstes, dem Rotmilan-Nest, werden bevorzugt hochwüchsige Laubbäume an Waldrändern, in Feldgehölzen oder Baumreihen ausgewählt. Viele dieser Bäume befinden sich aktuell in Windschutzreihen aus Hybrid-Pappeln (Populus x canadensis). Diese brechen leider zunehmend zusammen und gehen damit als Brutplatz verloren. Damit auch zukünftig ausreichend Brutplätze zur Verfügung stehen, ist jetzt die Pflanzung geeigneter Bäume notwendig.
Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) förderte 2020 ein Projekt zur Pflanzung von Horstbäumen für den Rotmilan. Die Natura 2000-Station Südharz/Kyffhäuser plante die Projektmaßnahmen und betreute die Umsetzung durch eine Fachfirma. Es wurden insgesamt 140 Bäume der Arten Schwarzpappel (Populus nigra) und Stieleiche (Quercus robur) gepflanzt. Es wurden drei Projektflächen bei Voigtstedt, Bendeleben und Göllingen ausgewählt, auf denen zu Beginn des Jahres 2021 die Bäume gepflanzt und mit einem Wühlmauskorb, Verbissschutz und einem Zweibock versehen wurden.
Foto: Neu angelegte Baumreihe aus Schwarzpappeln Populus nigra bei Bendeleben
Foto: Neu angelegte Baumreihe aus Stiel-Eichen Quercus robur bei Göllingen
Öffentlichkeitsarbeit zur Amphibienzaunbetreuung im Teichtal bei Hainrode
Förderung: Freistaat Thüringen
Das Teichtal in der Nähe von Hainrode gehört zum FFH-Gebiet Nr. 10 „Westliche Hainleite-Wöbelsburg“. Hier herrschen aufgrund des Zusammenspiels von Land- und Wasserlebensräumen optimale Lebensbedingungen für Amphibien. Bei Zählungen am Amphibienzaun entlang der Zufahrtsstraße konnten 2019 knapp 40.000 Individuen erfasst werden. Dazu gehören Berg- und Teichmolche, Grasfrösche, Erdkröten sowie auch mit hohen Individuenzahlen die gefährdeten Kammmolche und Geburtshelferkröten.
Diese Diversität und hohe Individuendichte im Gebiet eignen sich hervorragend, um die sonst eher seltenen Tierarten der Allgemeinheit näher zu bringen. Das Teichtal ist als Naherholungsgebiet sehr bekannt und bietet eine gute Infrastruktur. Daher wurde von LPV Südharz/Kyffhäuser e.V. das Projekt zur Öffentlichkeitsarbeit im Teichtal initiiert. In diesem Projekt wurde die sog. „Molchhütte“, ein mit Lehr- und Lernmaterialien ausgestatteter Infowagen, geplant und angeschafft. Am 21.07.2020 konnte die Molchhütte schließlich eröffnet werden.
Das umweltpädagogische Konzept der Molchhütte ist auf verschiedene Altersgruppen von Kindern im Kindergartenalter bis hin zu Jugendlichen und Erwachsenen abgestimmt. Ziel ist es, auf eine interessante, teils spielerische, teils informative Art Fachwissen an die verschiedenen Zielgruppen zu vermitteln. Dazu gehören zum Beispiel Spiele, in denen der Lebenszyklus von Molchen, Kröten und Fröschen den einzelnen Jahreszeiten und Lebensräumen zugeordnet werden kann. Mit verschiedenen Bestimmungshilfen besteht die Möglichkeit, Amphibien, die im Gelände beobachtet oder auf Fotos betrachtet werden können, zu identifizieren. Dabei lassen sich gut die Unterscheidungsmerkmale der verschiedenen Arten erkennen und erklären. Beobachtungshilfen wie Kescher und Faunarien können unter Anleitung eingesetzt werden und das naturnahe Erlebnis unterstützen. Eine Infotafel außen an der Molchhütte informiert Besucher auch außerhalb der saisonabhängigen Öffnungszeiten über das Projekt.
Kontakt:
Tel. 03631 4966979
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