LPV Südharz-Kyffhäuser e.V.

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VIA Natura-2000

Am 01.07.2020 startete das Projekt VIA Natura 2000 - Vernetzung für Insekten in der Agrarlandschaft zwischen Natura 2000-Gebieten in Thüringen, welches über sechs Jahre mit einem Gesamtvolumen von 5,65 Mio. € über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird. Eine der Projektregionen ist Nordthüringen, in welchem die - Natura 2000 - Station Südharz/Kyffhäuser - Projektträger und somit lokaler Ansprechpartner ist. Koordinator aller Projektpartner ist die Stiftung Naturschutz Thüringen. Ziel des Projektes ist die Wiederherstellung, Entwicklung und Erhaltung artenreicher Feldraine, das heißt den mit Kräutern und Gräsern bewachsenen, überwiegend gehölzfreien Streifen zwischen zwei Äckern, zwischen Acker und Feldweg oder am Rand eines Ackers.

Zusätzlich zu den bereits existierenden Ackerrandstreifen (extensive Ackernutzung) und Blühstreifen (Anlage einer ein- oder mehrjährigen Kräutermischung) auf den Ackerflächen sowie den Uferrand-streifen soll durch die dauerhaften Feldraine, auch als Säume bezeichnet, ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und damit zur Sicherung von Ökosystemdienstleistungen geleistet werden. Weiterhin beherbergen sie natürliche Gegenspieler von Agrarschädlingen und schützen vor Erosion. Blütenreiche Feldraine gehören in das seit Jahrhunderten kulturgeprägte Landschaftsbild, steigern die Lebensqualität sowie den Erholungswert in der Natur und tragen somit zur Attraktivität der gesamten Region auch im Hinblick auf den Tourismus bei.

Im Rahmen des Projektes sollen Säume durch die Einsaat einer heimischen Wildpflanzenmischung einschließlich Entwicklungs- und Folgepflege neu angelegt sowie noch vorhandene Säume durch die Anpassung des Pflegeregimes optimiert werden. Entgegen der landläufigen verbreiteten Meinung, dass Feldraine nicht gepflegt werden müssen, ist zum dauerhaften Erhalt des Artenreichtums zumeist eine einmalige Pflege pro Jahr erforderlich und dabei der richtige Zeitpunkt entscheidend. Während des Projektzeitraums besteht die Möglichkeit, sich die Anlage sowie die zugehörige Pflege von Feldrainen über das Projekt VIA Natura 2000 fördern zu lassen. Landwirtschaftliche Unternehmen können sich die Feldraine als Landschaftselement eintragen lassen und dafür Betriebsprämie erhalten.

Abb.: arterreicher Saum mit Lavatera thuringiaca im Kyffhäiserkreis

Die Anlage und/oder Pflege eines Saumes kann verschieden gestaltet werden. Ab Beginn der Maßnahmenplanungen sollen die Vorstellungen der Eigentümer*innen und Landnutzer*innen mit einbezogen und die Maßnahmen so gestalten werden, dass sie sich in die gegebenen Betriebsabläufe integrieren lassen, ohne dass ein größerer zusätzlicher Aufwand verursacht wird. Als Grundsatz gilt, dass eine nachhaltige Nutzung und Erhaltung artenreicher Säume nur funktionieren kann, wenn allen Interessen Rechnung getragen wird.

Langfristig können Feldraine über kommunale Feldwegesatzungen gesichert werden. In diesen kann auch geregelt werden, welche Nutzungsbeschränkungen auf den Feldwegen gelten und welchen Pflichten Nutzer der kommunalen Wege, wie bspw. dem Beseitigen von Verunreinigungen oder dem Beheben von Beschädigungen, unterliegen. 

Wir laden Sie herzlich dazu ein, sich mit uns in Verbindung zu setzen, wenn sie sich näher zum Projekt VIA Natura 2000 und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten informieren lassen und bei der Renaturierung von artenreichen Feldrainen mithelfen möchten.

Der Projektmitarbeiter unserer Natura 2000-Station steht Ihnen bei Anfragen sowie für die fachliche Beratung und Begleitung der Maßnahmen gern zur Verfügung.

 

 

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